
Getestet von: Marc Bühlmann, 40, Zürich Beruf: Software-Entwicklung, viel Sitzen am PC Sport: Inlineskaten, 1-2x pro Woche, wenn’s die Zeit erlaubt
Ich sitze beruflich fast den ganzen Tag am Computer. Entwicklung heisst bei mir oft: konzentriert arbeiten, in ein Problem reinkippen und irgendwann Stunden später aufwachen mit einer Haltung, die man niemandem wünscht. Nacken verspannt, Schultern nach vorne gerollt, manchmal sitze ich bis spät in die Nacht so da. Ich weiss, Fitness und Krafttraining für den Rücken wären die „richtige“ Lösung, aber ehrlich – die Zeit dafür bringe ich im Alltag einfach nicht auf. Sport mache ich fast nur noch Inlineskaten, wenn ich mal rauskomme.
Vor dem StabiloFix hatte ich schon ein T-Shirt mit sogenannter „Aufrichtfunktion“ probiert. Ergebnis: nichts. Viel zu schwach, ich habe davon gar nichts gespürt.
Erster Eindruck zum Geradehalter
Als das Paket ankam, war ich erstmal etwas ratlos. Da hängen einem lauter Bänder und Schlaufen entgegen und man fragt sich, wie das jetzt zusammengehört. Mein Tipp an alle, die das Ding bestellen: Nicht alles komplett öffnen und auseinandernehmen. Einmal in Ruhe richtig einstellen, dann bleibt die Einstellung stehen und man zieht es danach einfach wie einen Rucksack an. Nachjustiert wird höchstens noch unten an der Schlaufe, wenn’s mal nötig ist. Wer das von Anfang an so macht, spart sich die Fummelei.
Tragekomfort im Alltag
Direkt auf der Haut geht bei mir gar nicht – das schnürt und kratzt unter den Achseln, das mag ich nicht. Über einem Unterhemd oder T-Shirt ist es dagegen komplett unproblematisch. Da ich meistens allein im Büro sitze und keinen Kundenkontakt habe, ist mir auch völlig egal, wie es aussieht. Ein Hemd oder Pulli drüber, und man sieht sowieso nichts. Was mich wirklich überzeugt: Das Teil ist super dünn und kompakt, man merkt es unter der Kleidung kaum.
Wirkung auf Schultern & Rücken
Das ist definitiv gewöhnungsbedürftig. Die Bänder ziehen die Schultern spürbar nach hinten, und in den ersten Tagen hatte ich sowas wie Muskelkater im Nacken – nicht Schmerzen, nicht die übliche Verspannung, sondern wirklich Muskelkater, weil da Muskeln arbeiten mussten, die sonst den ganzen Tag einfach schlaff waren. Ich hatte das Teil am Anfang zu lange an, weil ich mich wieder in der Arbeit verloren habe und schlicht vergass, dass ich es überhaupt trage.
Mittlerweile trage ich es gezielt nur noch am Nachmittag, so 2–3 Stunden. Das funktioniert für mich deutlich besser. Am Abend bin ich spürbar entspannter, und ich habe das Gefühl, dass sich meine Haltung insgesamt – auch ausserhalb der Tragezeit – nach und nach verbessert.
Fazit zum Stabilofix
Kein Wundermittel, das man einfach anzieht und dann ist alles gut. Aber im Gegensatz zum Aufrichtshirt spürt man hier wirklich etwas, und mit der richtigen Tragedauer und -zeit bringt es tatsächlich was. Für alle, die wie ich stundenlang am Bildschirm hängen und sich am Abend fragen, warum Nacken und Schultern wieder so verspannt sind: einen Versuch ist es wert. Nur Geduld beim Einstellen und nicht gleich den ganzen Tag durchtragen – weniger ist hier mehr.
Würde ich es weiterempfehlen? Ja, mit den genannten Einschränkungen (nicht auf nackter Haut, dosiert tragen).

