
Ich bin Thomas, 52, Schreinermeister, seit über 25 Jahren selbstständig. Und ich sitze hier gerade und tippe das nach einem langen Arbeitstag. Meine Schultern sind müde nach so einem Werkstatttag. Nicht schmerzhaft. Müde. Das ist ein Unterschied, den ich vor einem halben Jahr nicht mehr kannte.
So hat es angefangen
Am Anfang hab ich’s ignoriert. So ein Ziehen abends, wenn ich auf dem Sofa sass. Dachte, das geht wieder weg, man ist ja kein junger Hüpfer mehr. Ist es aber nicht. Irgendwann konnte ich den Arm nicht mehr über Schulterhöhe heben, ohne dass es sticht wie verrückt. Nachts auf der rechten Seite schlafen? Vergiss es.
Vom Hausarzt wurde ich zum Spezialisten überwiesen. „Mit deiner Schulter solltest du nicht spassen, die braucht du noch ein paar Jährchen“. Beim Orthopäden dann die Diagnose: Impingement-Syndrom, dazu beginnende Arthrose im Schultergelenk. Er meinte, ich soll’s ruhig angehen lassen. Zum operieren sei es noch zu früh und eine Spritze rein helfe nur vorübergehend. Ich hab ihn nur angeschaut. Ruhig angehen – als Schreiner, der Platten über Kopf montiert und Werkstücke wuchtet? Der Mann hat es gut gemeint, aber realitätsfern war’s schon.
Eine starre Schulterorthese kam für mich nicht infrage, damit kann ich keine Kreissäge bedienen. Dauerhaft Tabletten wollte ich auch nicht, das schlägt mir irgendwann auf den Magen, das kenn ich von früher. Also hab ich angefangen zu recherchieren, was es sonst noch gibt. So bin ich bei der OmoTrain S von Bauerfeind gelandet.
Erster Eindruck: Auspacken und Vorfreude
Als das Paket bei mir ankam, habe ich mich sehr gefreut. Ich erhoffte viel von der Bandage.
Man merkt als Handwerker relativ schnell, ob was Substanz hat oder nicht. Das Gestrick ist dicht, fühlt sich stabil an, nicht wie ein Wegwerfteil. Dabei war:
- Die Hauptbandage für die Schulter
- Ein Gurtsystem mit Umlenkung und Klett
- Eine weiches Polster
Das ganze kommt fix-fertig zusammengestellt und einsatzbereit. Das dreieckige Polster ist nur geklettet und kann bei Bedarf umpositioniert werden.


Anlegen: Erste Runde war ein Fiasko
Ich geb’s zu, der erste Versuch war chaotisch. Ich stand allein im Bad, der Brustgurt hat sich verheddert, und ich hab mich gefragt, ob ich das Ding falsch rum anhabe. Hab dann kurz meine Frau gerufen, die auch nicht schlauer war, aber wenigstens konnte sie von hinten schauen, wo der Gurt hängt.
Ab Tag zwei ging’s dann. Man zieht die Bandage wie einen halben Ärmel über den Arm, richtet die Öffnung auf Schulterhöhe aus, zieht den Gurt unter der anderen Achsel durch und klettet ihn vorn fest. Klingt nach viel, ist aber nach ein, zwei Tagen Routine – ich brauch mittlerweile keine Minute mehr dafür.
Ein Tipp: Wirklich sauber nach Tabelle den Oberarm ausmessen. Bei mir passt die Bandage wie angegossen.
Vier Wochen Werkstatt-Alltag
Woche 1
Ich war skeptisch. Aber schon am ersten Arbeitstag ist mir aufgefallen: Das Gurtsystem zieht die Schulter leicht nach hinten unten, irgendwie fühlt sich das Gelenk „geführter“ an. Schwer in Worte zu fassen. Die Schmerzstelle in der Schulter wird spürbar entlastet.
Die Pelotte war die Überraschung. Bei jeder Bewegung drücken die Noppen leicht in die Schulter, das erzeugt so eine Wärme, fast wie eine leichte Massage. Klingt komisch, tut aber richtig gut.
Woche 2 und 3
Hier kam der Moment, auf den ich vier Monate gewartet hab: Ich konnte wieder eine Deckenplatte montieren, ohne mitten in der Bewegung die Luft anzuhalten vor Schmerz. Es ist keine Wunderheilung, der Schmerz war noch da. Aber aus dem Messerstich wurde eher ein dumpfer Druck, mit dem ich arbeiten konnte.
Was ich zugeben muss: An zwei, drei besonders anstrengenden Tagen hab ich trotzdem zur Schmerztablette gegriffen. Die Bandage ist kein Freifahrtschein, an harten Tagen merkt man die Schulter immer noch. Aber insgesamt brauchte ich deutlich weniger als vorher, und das allein war für mich schon viel wert.
Woche 4
Unter dem Arbeitshemd trägt die Bandage nicht dick auf. Man schwitzt schon drunter, wenn’s warm wird und man richtig Hand anlegt, aber es juckt nicht und reibt nicht. Einmal die Woche bei 30 Grad in die Maschine, Klettverschluss und Form halten bisher tadellos.
Eine Sache, die mich anfangs gestört hat: Unter einem normalen Shirt sieht man die Konturen vom Brustgurt schon ein bisschen. Bei der Arbeit ist mir das egal, aber wenn ich abends noch unter Leute geh, lasse ich die Bandage auch gerne mal zu Hause.


Mein Fazit zur OmoTrain S
Ist die OmoTrain S ein Wundermittel? Nein. Meine Arthrose ist mit der Bandage nicht weg, das ist mir vollkommen klar. Aber sie hat mir meinen Arbeitsalltag zurückgegeben, ohne dass ich mich künstlich stillstellen musste. Für mich als jemand, der beruflich auf beide Arme angewiesen ist, war das der wichtigste Punkt.
Was mir gefällt:
- Spürbar weniger Schmerz im Alltag, gerade bei Überkopfarbeiten
- Der Arm bleibt beweglich, kein Gefühl von Einschränkung
- Nach kurzer Eingewöhnung problemlos allein anzulegen
- Hochwertig verarbeitet, hält auch häufiges Waschen aus
Was man wissen sollte:
- Erste Anlegeversuche können frustrierend sein
- Unter engen Shirts sieht man den Brustgurt
- Der Preis ist definitiv im oberen Regal
- Ersetzt keine ärztliche Behandlung
Wer wie ich beruflich oder privat auf eine funktionierende Schulter angewiesen ist und mit Impingement oder Arthrose kämpft: Für mich hat sich der Test gelohnt. Ich trag sie mittlerweile gerne auch an Tagen, an denen es mir eigentlich ganz gut geht. Lieber vorbeugen, als wieder von vorne anfangen.
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Hängen & Schultern Entlasten
Was ist Deadhanging und warum hilft es?
Deadhanging bedeutet, passiv an einer Stange oder Reckstange zu hängen, ohne sich hochzuziehen. Der eigene Körpergewicht erzeugt eine sanfte Traktion, die Gelenke entlastet und dekomprimiert. Evolutiv gesehen hingen unsere Vorfahren täglich an Ästen, was Schultern, Wirbelsäule und Becken stärkte und dehnte. In der modernen Medizin wird Deadhanging als einfache, kostenlose Methode zur Prävention und Linderung von Überlastungsschmerzen empfohlen.
