
Schnee bedeutet Winterstimmung, Ruhe und Idylle – für den Bewegungsapparat jedoch oft das Gegenteil. Schneeschaufeln gehört zu den häufigsten winterlichen Ursachen für akute Muskel- und Gelenkbeschwerden, insbesondere im Bereich des Rückens, der Schultern, des Nackens und der Ellbogen. Die Belastung wird dabei häufig unterschätzt, da es sich um eine vermeintlich einfache Alltagstätigkeit handelt.
Gerade die Kombination aus Kälte, ungewohnter Bewegung und hoher mechanischer Belastung stellt für Muskeln, Sehnen und Gelenke ein erhöhtes Risiko dar.
Warum Schneeschaufeln den Körper besonders fordert
Beim Schneeräumen wirken mehrere ungünstige Faktoren gleichzeitig:
- Arbeiten in vorgeneigter Haltung
- Heben und Werfen von schwerem, oft nassem Schnee
- Drehbewegungen unter Last
- Wiederholte, monotone Bewegungsabläufe
- Kalte, schlecht durchblutete Muskulatur
Diese Kombination führt dazu, dass selbst körperlich fitte Menschen innerhalb kurzer Zeit Beschwerden entwickeln können.
Akute Rückenschmerzen: das häufigste Problem beim Schneeschaufeln
Belastung der Lendenwirbelsäule
Der Rücken – insbesondere die Lendenwirbelsäule (LWS) – ist beim Schneeschaufeln am stärksten betroffen. Das Heben von Schnee erfolgt häufig aus einer vorgebeugten Position, kombiniert mit einer Rotation des Oberkörpers, um den Schnee zur Seite zu werfen. Genau diese Bewegungskombination gilt als besonders belastend für Bandscheiben, Facettengelenke und die umliegende Muskulatur.

Typische Rückenbeschwerden
- Plötzlich einschiessende Rückenschmerzen
- Muskelverhärtungen und -krämpfe
- Bewegungseinschränkung
- Schmerzen beim Aufrichten oder Drehen
- In schweren Fällen Ausstrahlung in Gesäss oder Beine
Akute Rückenschmerzen entstehen oft nicht durch einen einzelnen „falschen“ Moment, sondern durch wiederholte Fehlbelastung innerhalb kurzer Zeit.
Schulter- und Nackenüberlastung durch wiederholtes Heben
Dynamische Dauerbelastung der Schultermuskulatur
Beim Schneeschaufeln arbeiten Schultern und Nacken permanent gegen Widerstand. Das wiederholte Anheben der Schaufel – oft über Schulterhöhe – führt zu einer Daueranspannung der Schulter-Nacken-Muskulatur.

Häufige Folgen
- Verspannungen im Nackenbereich
- Druck- und Ziehschmerzen in den Schultern
- Bewegungseinschränkung der Arme
- Kopfschmerzen durch muskuläre Spannung
Besonders problematisch ist die Arbeit bei kalten Temperaturen, da die Muskulatur weniger elastisch ist und schneller ermüdet.
Ellbogenschmerzen durch Überstreckung und Belastung im gestreckten Zustand
Mechanische Überlastung der Sehnenansätze
Ein oft unterschätztes Problem sind Ellbogenschmerzen, die beim Schneeschaufeln durch Arbeiten mit gestreckten Armen entstehen. Um Kraft zu sparen, wird die Schaufel häufig mit nahezu durchgestreckten Ellbogen geführt. Dadurch wirken hohe Zug- und Druckkräfte direkt auf die Sehnenansätze am Ellbogengelenk.

Typische Symptome
- Schmerzen an der Innen- oder Aussenseite des Ellbogens
- Druckempfindlichkeit
- Kraftverlust beim Greifen
- Beschwerden, die sich erst Stunden oder Tage später zeigen
Diese Überlastung ähnelt in ihrer Mechanik den Beschwerden bei Tennis- oder Golferellenbogen und kann sich bei wiederholter Belastung chronifizieren.
Kälte als zusätzlicher Risikofaktor beim Schneeschaufeln!
Kälte reduziert die Durchblutung der Muskulatur, senkt die Elastizität von Sehnen und Bändern und verlangsamt die Reaktionsfähigkeit. Dadurch steigt das Risiko für:
- Muskelzerrungen
- Sehnenreizungen
- plötzliche Schmerzereignisse
Besonders gefährdet sind Personen mit bereits bestehenden Rücken- oder Gelenkproblemen.
Prävention: Wie Sie Beschwerden beim Schneeschaufeln reduzieren können
Schon einfache Massnahmen können das Risiko deutlich senken:
- Kurzes Aufwärmen vor Beginn (Mobilisation von Rücken, Schultern und Armen)
- Kleinere Schneemengen aufnehmen statt volle Schaufeln
- Möglichst nah am Körper arbeiten
- Drehbewegungen vermeiden – lieber umsetzen statt rotieren
- Regelmässige Pausen einlegen
Unterstützung durch Bandagen und Orthesen
Bei bestehenden Beschwerden oder erhöhter Belastung können Bandagen und Orthesen eine sinnvolle Unterstützung bieten. Sie helfen dabei,
- die Muskulatur zu entlasten
- Bewegungen zu führen, ohne einzuschränken
- die Durchblutung zu fördern
- Schmerzreize zu reduzieren
- Fehlbelastungen zu vermeiden
Gerade bei akuten Rückenschmerzen sowie bei Überlastung von Ellbogen, Schultern oder Handgelenken kann eine gezielte Unterstützung entscheidend sein, um weitere Beschwerden zu verhindern.
Schneeschaufeln ist körperlich anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick erscheint. Akute Rückenschmerzen, Schulter- und Nackenverspannungen sowie Ellbogenbeschwerden durch Überstreckung zählen zu den häufigsten Folgen. Wer die Belastung ernst nimmt, präventiv handelt und bei Bedarf auf geeignete Unterstützung setzt, kann auch im Winter aktiv bleiben – ohne unnötige Schmerzen.
Handgelenk & Winter – warum Kälte, Eis und Schnee das Verletzungsrisiko deutlich erhöhen
Der Winter stellt unseren Bewegungsapparat vor besondere Herausforderungen. Glatte Gehwege, vereiste Treppen, Schnee und tiefe Temperaturen führen jedes Jahr zu einer markanten Zunahme von Stürzen. Wir von Bandagenshop.ch spüren das jedes Jahr deutlich, wenn die ersten grossen Schneemengen fallen. Besonders häufig betroffen ist dabei ein Gelenk, das im Alltag oft unterschätzt wird: das Handgelenk.
