Keloide stören nicht nur optisch, sondern beeinträchtigen häufig auch die Funktionalität des betroffenen Gebiets. Sie reiben unangenehm an der Kleidung oder schränken die Beweglichkeit ein. Mit einer frühzeitigen Behandlung lässt sich schlimmeres oft vorbeugen. Wie man vorbeugen kann und welche Behandlungsmöglichkeiten es bei Keloid gibt, erfahren Sie hier.
Was ist ein Keloid?
Ein Keloid ist eine gutartige Gewebeneubildung, die nach Operationen oder auch nach Bagatellverletzungen auftritt (oder auftreten kann). Das Gewebe wuchert nicht nur in der Höhe über das normale Hautniveau hinaus, sondern überschiesst auch die seitlichen Begrenzungen der ursprünglichen Narben.
Das Gewebe ist rosa bis dunkelrot und prall-elastisch bis hart. Am häufigsten treten Keloide im Bereich von Ohrläppchen, Schulter, Brust und Rücken auf, z.B. nach einer Schulteroperation, oder nach dem Einsetzen eines Schrittmachers. Die Entstehung eines Keloids beginnt mehr als 6 Monate nach der Verletzung.
Wer ist von überschiessender Narbenbildung betroffen?
Die Neigung zur Keloidbildung ist vererbt. Ein weiterer Risikofaktor ist die Hautpigmentierung. Je dunkler die Haut, desto grösser das Risiko für ein Keloid. Auch die Wundheilung selbst spielt eine Rolle. So neigen Narben nach einer lange andauernden Wundheilung, oder mit einer grossen Spannung eher zur Keloidbildung.
Keloid vorbeugen
Bei der Entstehung eines Keloids spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, deshalb ist eine absolut sichere Prävention nie möglich. Wenn eine Neigung zur Keloidbildung bekannt ist, sollten dennoch vorbeugende Massnahmen getroffen werden. So können nach einer Verletzung Silikon-Narbenpflaster und Kompressionskleidung eingesetzt werden, um die Narbenreifung günstig zu beeinflussen. Auch eine vorsorgliche Cortison Injektion nach Operationen ist möglich, wenn ein stark erhöhtes Risiko besteht. Alle Arten der Narbenbehandlung sollten möglichst ab dem Tag des Wundverschlusses begonnen werden.
Wenn in Ihrer Familie die Neigung zu Keloiden bekannt ist, oder Sie bereits einmal daran erkrankt sind, sprechen Sie Ihren Arzt vor jeder invasiven Behandlung darauf an. Er kann Ihnen allenfalls auch weitere vorbeugende Massnahmen empfehlen.
Behandlung bei Keloid
Ein Keloid ist gutartig. Es muss nur behandelt werden, wenn der Patient darunter leidet, z.B. weil die Narbe juckt, unästhetisch ist oder durch Reibung an der Kleidung stört. Da verschiedene Faktoren für die Entstehung des Keloids verantwortlich sind, gibt es auch keine Standardtherapie. Vielmehr werden verschiedene Therapieansätze getestet und nach 3-6 Monaten evaluiert. Zeigt die Behandlung Wirkung, kann sie weitergeführt werden. Ansonsten werden andere Therapieoptionen ausprobiert. Im Folgenden stellen wir Ihnen verschiedene Behandlungsoptionen kurz vor. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt, er kann Ihnen die geeignete Therapie empfehlen.
Silikon-Narbenpflaster
Narbenpflaster aus Silikon unterstützen die Narbenreifung und helfen die Narbendicke zu verringern. Auch Schmerzen oder Juckreiz lassen durch eine Narbenbehandlung mit Silikonnarbenpflastern nach. Ideal sind dicke Pflaster, die eine intensive Wirkung bieten. Geeignet ist z.B. das Juzo ScarPad Strong aus 2,3 mm dickem medizinischem Silikon. Das Pflaster mit heller Hautfarbe ist 14×22 cm gross und kann auf die gewünschte Grösse zugeschnitten werden. Es ist bis zu 2 Monate wiederverwendbar, danach wird es durch ein neues ersetzt.
Da die Narbenbehandlung mit Silikon-Narbenpflastern schmerzfrei und einfach ist, wird sie häufig als erster Therapieansatz empfohlen. Auch als Zusatztherapie nach Laserbehandlungen oder operativen Narbenkorrekturen werden Silikon-Narbenpflaster häufig eingesetzt.
Kompressionstherapie
Für die Kompressionstherapie wird individuelle Kompressionskleidung (z.B. Juzo ScarComfort Fine) nach Mass gefertigt. Die Kleidung trägt man Tag und Nacht. Der Druck von Aussen stoppt die Narbenwucherung nicht nur, sondern drängt Keloide nach und nach zurück. Idealerweise wird die Kompressionstherapie durch ein Silikonnarbenpflaster ergänzt.
Cortison Injektion
Cortison wird direkt in die Narbe gespritzt, wo es entzündungshemmend wirkt und die Neubildung von Gewebe bremst.
Kryotherapie
Bei der Kryotherapie wir die Narbe mit Kälte behandelt. Meist entstehen dadurch eine Blase und eine nässende Wunde. Die Behandlung muss mehrmals wiederholt werden, bis das gewünschte Ergebnis erzielt ist.
Chirurgische Narbenkorrektur
Narbengewebe kann bei einer Operation entfernt werden. Eine Naht oder eine Hauttransplantation verschliesst die neu entstandene Wunde. Um eine Neubildung des Keloids vorzubeugen, wird die frische Operationsnarbe mit Cortison Injektionen, Kompression oder andern Mitteln nachbehandelt.
Laserbehandlung
Durch die Laserbehandlung kann Gewebe abgetragen, oder die Durchblutung des Narbengewebes gestoppt werden. Mit mehrmaligen Laserbehandlungen lässt sich die Narbe gut ans umliegende Hautniveau angleichen. Auch nach einer erfolgreichen laser-chirurgischen Behandlung kann es zu einer Neubildung des Keloids kommen, weshalb allenfalls eine Nachbehandlung z.B. mit Silikonnarbenpflastern angezeigt ist.
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